Register & Subscribe
**Benefits of Registration**
Weltweit führen über 130 Regionen „Zuckersteuern“ ein.
Nachricht
Nachrichtenkategorien
Ausgewählte Nachrichten

Weltweit führen über 130 Regionen „Zuckersteuern“ ein.

01.08.2025

Weltweit führen über 130 Regionen „Zuckersteuern“ ein: Eine Analyse der Auswirkungen von Gesetzen zur Zuckerreduzierung auf die Lebensmittelreformulierung am Beispiel des britischen SDIL.

Angesichts des stetigen Anstiegs chronischer Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes ist Zucker in den Fokus der gesundheitspolitischen Maßnahmen gerückt. Um den Zuckerkonsum zu reduzieren, haben weltweit über 130 Länder und Regionen Zuckersteuern eingeführt. Ein Paradebeispiel hierfür ist die britische Soft Drinks Industry Levy (SDIL), die seit 2018 gilt. Sie war Vorreiter eines Gesetzesansatzes, der auf einem gestaffelten Steuersystem basiert, dessen Höhe sich nach dem Zuckergehalt richtet und Lebensmittelunternehmen direkt dazu anregt, ihre Rezepturen zu überarbeiten und ihr Produktsortiment anzupassen.

Wie wurde diese Politik konzipiert? Welchem ​​Druck übte sie auf die Unternehmen aus? Wie gelang es der Lebensmittelindustrie, den Zuckergehalt zu senken, ohne die Preise zu erhöhen?

I. Erläuterung des SDIL-Steuersystems: Ein gestaffeltes Steuersystem basierend auf der Zuckerkonzentration mit klaren Schwellenwerten

Die britische Zuckersteuer (SDIL), die am 6. April 2018 offiziell in Kraft trat, stellt einen präzisen und pragmatischen Ansatz dar. Die Steuer betrifft zuckerhaltige Erfrischungsgetränke (ausgenommen 100%ige Fruchtsäfte und Milchprodukte) mit „mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 ml“. Sie ist in zwei Stufen unterteilt:

  • Mittlere Zuckerstufe (5–8 Gramm/100 ml): 18 Pence pro Liter;
  • Hoher Zuckergehalt (über 8 Gramm/100 ml): 24 Pence pro Liter.

Diese Steuer wird nicht direkt von den Verbrauchern, sondern von Herstellern und Importeuren erhoben. Ihr Zweck ist es, Unternehmen unter Druck zu setzen, ihre Rezepturen anzupassen und den Zuckergehalt an der Quelle zu reduzieren.

Besonders hervorzuheben ist der starke Frühwarnmechanismus der SDIL-Richtlinie: Eine fast zweijährige Pufferzeit zwischen der Ankündigung und der Umsetzung der Richtlinie gibt den Unternehmen ausreichend Zeit, Produktreformulierungen vorzunehmen, anstatt die Kosten einfach durch Preiserhöhungen an die Verbraucher weiterzugeben.

2. Bedeutende politische Auswirkungen: Zuckerreduzierungen übertreffen die fiskalischen Erwartungen bei Weitem

  • Laut einem gemeinsamen Bericht von Public Health England (PHE) und dem Finanzministerium haben innerhalb des ersten Jahres nach Einführung der Steuer über 50 % der 100 führenden Erfrischungsgetränkemarken in Großbritannien proaktiv ihren Zuckergehalt reduziert, um höhere Steuerklassen zu vermeiden:
  • Zuckerreduzierung: Seit 2015 ist der durchschnittliche Zuckergehalt von kohlensäurehaltigen Getränken um 28,8 % gesunken.
  • Verbraucherpreis: Rund 70 % der Getränkehersteller passten ihre Preise aufgrund der Zuckersteuer nicht an, sondern kontrollierten die Kosten durch Änderungen der Rezepturen, der Süßungsmittel und anderer Methoden.

Steuerbeitrag: Im Jahr 2018, dem ersten Jahr der Zuckersteuer, wurden insgesamt 340 Millionen Pfund eingenommen, womit die ursprüngliche Prognose der Regierung von 240 Millionen Pfund übertroffen wurde.

Diese Zahlen belegen, dass die SDIL nicht nur die Produktrezepturen verändert, sondern auch den gesundheitsorientierten Ansatz der gesamten Branche gestärkt hat.

3. Ausweitung von Großbritannien auf die Welt: Die „Globalisierung der Zuckersteuern“
Der Erfolg des britischen Modells diente vielen Ländern weltweit als Vorlage. Bis Ende 2024 hatten über 130 Regionen Zuckersteuern eingeführt oder erwogen deren Einführung.

Land/Region Zuckersteuerformular Bewertungsgrundlage Ausführungszeit
Mexiko fester Steuersatz 1 Peso pro Liter Getränk 2014
Südafrika gestaffelte Steuersätze Eine Abgabe von R0,021 pro Gramm Zucker (die ersten 4 Gramm sind steuerfrei). 2018
die Philippinen Zutatenklassifizierung Unterschiedliche Steuersätze für zuckerhaltige Getränke im Vergleich zu zuckerersatzhaltigen Getränken 2018
Vereinigte Arabische Emirate Festes Verhältnis 50 % Verbrauchssteuer auf zuckerhaltige Getränke 2019

Diese Maßnahmen sind auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten zugeschnitten, aber ihr gemeinsames Merkmal ist: die Nutzung von Steuern, um Unternehmen Anreize zu bieten, ihre Produktstruktur zu reformieren und den Zuckerkonsum der Bevölkerung zu reduzieren.

4. Wichtige Punkte bei der institutionellen Gestaltung: Mehr als nur eine „Steuer“, mehr als nur eine „Richtlinie“
Die Wirksamkeit von Zuckersteuern beruht maßgeblich auf ihrem sorgfältig ausgearbeiteten System. Das britische System der Zuckersteuer (SDIL) berücksichtigt dabei die folgenden drei Kernpunkte:

Klarer Produktumfang: Bezieht sich ausschließlich auf Erfrischungsgetränke, natürliche Säfte und Milchprodukte sind ausgeschlossen, um Missverständnisse in der Öffentlichkeit zu vermeiden;

Starke Anreize zur Zuckerreduzierung: Die Steuern sind nach Zuckergehalt gestaffelt, was Unternehmen zu proaktiven Reformen anregt;

Hohe Transparenz der Politik: Frühe Ankündigungen von politischen Maßnahmen und die Veröffentlichung von Beispielen für Rezepturreformen erhöhen die Vorhersagbarkeit in der Branche.

Public Health England erklärte, dass Zuckersteuern nicht nur ein fiskalisches Instrument, sondern auch ein Katalysator für eine „Rezeptrevolution“ in der Lebensmittelindustrie seien.

5. Auswirkungen auf China: Zuckersteuern sind nicht nur ein Ziel, sondern ein Ausgangspunkt.

Obwohl China noch kein landesweites Zuckersteuersystem eingeführt hat, wurden ähnliche Mechanismen bereits erprobt. So haben beispielsweise Shanghai und Guangzhou zuckerhaltige Getränke aus den Schulgetränkevorschriften verbannt; auch Hongkong und Macau haben begonnen, die Einführung einer Zuckersteuer zu prüfen.

Für Lebensmittelunternehmen ist die Reduzierung des Zuckergehalts ein unumkehrbarer Trend, unabhängig davon, ob Steuern erhoben werden oder nicht. Minicrush Marktanalysen zeigen, dass Marken auch in Märkten ohne Zuckersteuer vorausschauend planen müssen:

  • Entwicklung alternativer Zuckerquellen (wie Erythrit und Stevia);
  • Einführung eines Kennzeichnungssystems mit dem Hinweis „Reduzierter Zuckergehalt“, um die Transparenz der Rezepturen zu erhöhen;
  • Die Bedürfnisse der Verbraucher nach Zuckerkontrolle verstehen und die „Gesundheitswahrnehmung“ nutzen, um das Markenwachstum zu steuern.

In dieser Welle von Lebensmittelreformen, die sowohl durch politische Vorgaben als auch durch Marktdruck vorangetrieben wird, haben sich Zuckersteuern zweifellos als Beschleuniger und nicht als Stolperstein erwiesen.